AFQC 2025-Whitepaper: A guide to real impact in quantum computing

23. Januar 2026
Auf dem AFQC 2025 haben wir Experten aus dem gesamten Ökosystem zwei einfache Fragen gestellt: Was sind die größten Herausforderungen für unser Ökosystem? Und was braucht es, um sie zu überwinden?

Hier sind die Antworten: Neun Challenges für Startups, Technologien und das Ökosystem mit vielen sofort umsetzbaren Lösungen. Ein Leitfaden zur Schaffung eines starken Ökosystems für leistungsstarke Quantencomputertechnologien und wettbewerbsfähige Startups.

Dieses Whitepaper ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Experten aus dem gesamten Quantencomputer-Ökosystem auf der AFQC 2025.

Vielen Dank an unsere Arenaleiter: Juliette de la Rie, Strong Ecosystems – Robert Wille, Performing Technologies – Marius Almstedt, Competitive Startups.

Fotos: Samuel Mindermann · Design: Olli Design · Live: Kontrapunkt

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Robert Axmann: „Zusammenarbeit trotz Konkurrenz ist schwierig, aber absolut notwendig.“

Robert, was ist Dein AFQC-Resümee?
Die Entwicklung von Technologien ist wichtig, aber wir brauchen auch die Rahmenbedingungen, damit sie funktionieren. Insbesondere brauchen wir eine verlässliche Finanzierung, eine überschaubare Verwaltung und Vertrauen in ihre Nützlichkeit. Genau hier müssen wir – und eine effektive Finanzierungspolitik – ansetzen.

Es ist doch reichlich Geld vorhanden: Allein Deutschland hat in den letzten Jahren zwei Milliarden Euro in das Quantencomputing investiert!
Das hat eine echte globale Wirkung gehabt. Was wir jetzt allerdings brauchen, sind langfristige Roadmaps statt kurzfristiger Finanzierung und flexiblere Finanzierungslogiken, damit die Akteure verlässlich planen, investieren und letztlich auch liefern können.

In den Workshops kam immer wieder das Thema „Nutzennachweis“ zur Sprache. Haben wir eine Vertrauenskrise?
Nein, dies ist vor allem ein Zeichen dafür, dass sich die Wahrnehmungen geändert haben. Technologisch haben wir enorme Fortschritte gemacht. Wir wissen, dass Quantum funktionieren kann. Was wir jetzt brauchen, ist, dass die Nachfrageseite aufwacht. Und hier müssen wir weitere Fortschritte zeigen, mit echten Anwendungsfällen und Fallstudien, die die Nachfrage nach Quantencomputer-Ressourcen erhöhen und das Ökosystem langfristig stärken.

Was bedeutet das konkret?
Unsere AFQC-Teilnehmer waren sich darüber im Klaren: Kurzfristige Fallstudien und Konzeptnachweise, Validierung durch Endkunden, klar kommunizierte Erfolgsgeschichten und einfacher Zugang zu Hardware und Plattformen. Dieser Ansatz hilft uns, den Nutzen nicht nur zu behaupten, sondern auch in der Praxis zu beweisen. Aber eines ist klar: Der Weg von der Grundlagenforschung zur Anwendung ist steinig und steil.

Jemand hat gesagt, dass wir uns vom Technologie-Push zum Markt-Pull entwickeln sollten. Wie sieht es mit den Rahmenbedingungen aus?
Ich bin nicht der Einzige, der sofort an Bürokratie denkt. Einige Teilnehmer sagten, dass administrative Fragmentierung und Overhead viel Zeit, Geld und sogar Glaubwürdigkeit kosten. Jeder, der an staatlichen Programmen teilnimmt – und das gilt für den gesamten Quantenbereich, von Forschungsgruppen bis hin zu Quantenabteilungen in Industrieunternehmen – ist damit vertraut. Es gibt auch eine starke Nachfrage nach weniger Formalitäten, weniger Berichten und kürzeren Ausschreibungsphasen. Mit dem DLR QCI haben wir den Prozess bereits erheblich beschleunigt, aber es gibt natürlich noch viel zu tun. Wir könnten sofortige Fortschritte erzielen, indem wir das Ökosystem besser integrieren: Forschung, Start-ups und Industrie zusammenbringen, gemeinsame Standards und eine gemeinsame Sprache entwickeln und Werkzeuge für die Integration des Ökosystems schaffen. Auf der AFQC wurden zum Beispiel Plattformen, Vermittlungsdienste und ein wirklich interdisziplinärer, internationaler Talentpool erwähnt. Dies reduziert Reibungsverluste und erhöht die Geschwindigkeit.

Wir sprechen auch intern oft über diese Art der Zusammenarbeit. Aus dem Feedback auf dem AFQC weiß ich, dass dies ein gemeinsamer Wunsch vieler Teilnehmer ist, dass es aber in der Wettbewerbspraxis schwierig ist.
Das habe ich auch schon festgestellt. Von Menschen, die in direktem Wettbewerb zueinander stehen – oder die sehr vorsichtig mit ihrem geistigen Eigentum umgehen müssen – wird erwartet, dass sie eng zusammenarbeiten. Dadurch entstehen Wissenssilos, manchmal mit erheblichen Überschneidungen, die dann miteinander um knappe Ressourcen konkurrieren. Es ist gerade jetzt unglaublich wichtig, dass wir diese konkurrierenden Ansätze schneller in skalierbare, marktrelevante Lösungen umwandeln. Auch hier kann eine verlässliche, langfristige staatliche Unterstützung die Dinge möglich machen. Zusammenarbeit trotz Konkurrenz ist schwierig, aber absolut notwendig.