Tensor AI unterstützt QCMineral | QUADRANT bei der Quanten-gestützten Entwicklung von Metalloxiden mit Redoxfunktion

15. Januar 2026
Tensor AI hat den Zuschlag in der Ausschreibung QUADRANT für die Forschung und Entwicklung in unserem Materialforschungsprojekt QCMineral erhalten.

Zusammen mit dem Forschungsteam des DLR, und mit Fraunhofer IAO und Fraunhofer IPA im Unterauftrag, entwickelt das Quanten-Startup für uns hybride quanten-klassische Simulationsmethoden zur präzisen Ab-Initio-Simulation von Perovskite-Redoxmaterialien. Vielversprechende industrielle Anwendungen sind die Energiespeicherung und die Synthese von solaren Brennstoffen.

Zeitraubende Entwicklungsarbeit

Die klassische Materialentwicklung ist eine mühevolle und zeitraubende Aufgabe, bei der Hunderte Materialproben hergestellt, untersucht und meist wieder verworfen werden. Die Computer-gestützte Materialentwicklung verspricht eine starke Beschleunigung dieses Prozesses, da die Eigenschaften neuer Materialien vorab präzise berechnet werden können, bevor sie aufwändig im Labor hergestellt und analysiert werden müssen. Allerdings ergibt die Dichtefunktionaltheore (DFT) bei korrelierten Materialien wie Redox-Oxiden nicht die erforderliche chemische Genauigkeit. Hier versprechen Quantencomputer mit ihren neuartigen Algorithmen einen Durchbruch.

Im Projekt QCMineral untersuchen das DLR-Institut für Future Fuels und das DLR-Institut für Frontier Materials auf der Erde und im Weltraum dieses Potenzial anhand der Entwicklung von speziellen Redoxmaterialien für die Energiespeicherung und der thermochemischen Herstellung flüssiger Brennstoffe und Wasserstoff aus Wasser, Kohlendioxid und Sonnenenergie. Neue Materialien, die mithilfe von Quantencomputern designt wurden, könnten zum Beispiel die Wirkungsgrade bei der Brennstoffherstellung oder die Energiedichten neuer Energiespeicher drastisch erhöhen: eine Voraussetzung für die industrielle und gesellschaftliche Nutzung dieser zukunftsweisenden Energietechnologien.

Neben Redoxmaterialien arbeitet QCMineral aber auch an innovativen Glas-Anwendungen und suchte dazu Unternehmen für die Entwicklung, Durchführung und Bewertung von atomistischen Materialsimulationen glasartiger und glaskeramischer SiO2-basierter Funktionswerkstoffe mithilfe von Quantencomputern. Die öffentliche Ausschreibung dazu ist abgeschlossen.

Intensiver Technologietransfer

Das DLR-Institut für Future Fuels arbeitet seit Jahrzehnten an der Herstellung von Brennstoffen aus Sonnenlicht, Luft und Wasser. In einigen Projekten können sich Fortschritte in QCMineral direkt niederschlagen.

SolarGrAm – Solare Grüne Ammoniakproduktion:  entwickelt eine Datenbank für Redox-Materialien zur Luftzerlegung (Trennung von Stickstoff und Sauerstoff, eine weitere Anwendung von solar-thermischen Redox-Zyklen). Der hochreine Stickstoff wird für die Ammoniaksynthese benötigt.

Sun-to-LIQUID II –  Entwickelt Reaktoren mit 3D-gedruckten Redox-Materialien für die Produktion von flüssigen Brennstoffen. Die nächste Stufe auf dem Weg in die Industrieanwendung.  Ziel 15% Effizienz.

SOLHYKO – Reaktoroptimierung, Demonstrationsbetrieb, Technologievergleich für solarthermochemische Prozesse zur Herstellung von Wasserstoff und Synthesegas und Weiterverarbeitung zu flüssigen Brennstoffen.

Porotherm-Solar – Offenporige monolithische Perovskitstrukturen als hybride thermische Speicher konzentrierter Solarenergie.  Materialien und Komponenten für Speichersystheme für solar-thermische Kraftwerke (für den Nacht-Betrieb).

HERCULES – High-Temperature Thermochemical Heat Storage Powered by Renewable Electricity for Industrial Heating Applications.  Überschüssiger grüner Strom aus Stromspitzen wird als Wärme in Metalloxiden gespeichert zur späteren Nutzung in Industrieprozessen.  Wärme lässt sich besser speichern als elektrische Energie.

KISMOR – Kontinuierlich betriebener solarer monolithischer Receiver-Reaktor. Reaktorentwicklung für solar-thermische Kreisprozesse mit Redoxmaterialien;  baut auf Sun-to LIQUID auf.

ABraytCSPfuture – AirR-Braytoh Cycle Concentrated Solar Power Future Plants via Redox Oxides-Based Structured Thermochemical Heat Exchangers/Thermal Boosters.  Wärmespeicher für regelbare solarthermische Kraftwerke um Wolken und Nacht zu überbrücken.  Die im heißen Redoxmaterial gespeicherte chemische Energie dient als Booster zusätzlich zur fühlbaren Wärme, weil sie erst bei Bedarf durch Reaktion mit Luftsauerstoff freigesetzt wird und den Temperaturverlust beim Speichern ausgleicht.

SolarFuels – Synthetische Kraftstoffe aus Sonnenlicht.  Aufbau einer industriellen Versuchsanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe mittels solarer Reformierung und einer deutsche Wertschöpfungskette für die Gesamttechnologie

Die Anwendung von fortgeschrittenen Simulationsverfahren, darunter Tensornetzwerken, und der Einsatz von Quantencomputern können einen entscheidenden Vorteil in der Erforschung neuer Materialien bringen. Tensornetzwerke ermöglichen eine strukturierte, kontrollierbare und transparente Datenverarbeitung und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu nachvollziehbaren Simulationen und erklärbarer KI in einem hochkomplexen physikalisch-chemischen Anwendungsfeld.

Durch ihre Flexibilität lassen sich Tensornetzwerke sowohl auf klassischen Hochleistungsrechnern als auch auf zukünftiger Quantenhardware einsetzen. Sie bilden damit ein zentrales Brückenglied für hybrides Computing, bei dem Berechnungen gezielt zwischen klassischer und quantenbasierter Hardware skaliert werden können, um Genauigkeit, Effizienz und Ressourcen optimal auszubalancieren.